Presse Verein
Münchner Merkur
Pulsierender Verein, funktionierende Sportfamilie
Der TSV Hofolding wird 75 Jahre alt - Stolze Geschichte, tolle Zahlen und viele Pläne
Mit einem viertägigen Feiermarathon auf dem eigenen Vereinsgelände hat der TSV Hofolding kürzlich seinen 75. Geburtstag gefeiert. Der Münchner Merkur hat mit dem Vorsitzenden Anton Mayer und Florian Pitz über den Feiermarathon, Vergangenes und Visionen für die Zukunft gesprochen. Was sich bei der Nachbetrachtung positiv herausgeschält hat: Dem TSV kann sein vorgerücktes Alter nichts Negatives anhaben. Der Verein pulsiert und kommt als funktionierende Sportfamilie daher.
„Das lässt sich am besten an unserem Feier-Marathon von vier Tagen ablesen“, bekennt der erst seit zwei Jahren als Vorsitzender fungierende Anton Mayer, der allerdings vorher bereits in der Tennisabteilung der Hofolding unterschiedlichste Funktionen bekleidete. „Es war fast zu groß angelegt“, schmunzeln Mayer und sein 2. Vorsitzender Pitz um die Wette. „Aber die TSV-Familie hat das in einer neunmonatigen Planungsphase und mit 130 Ehrenamtlichen vor, während und nach dem Fest gestemmt“, erzählt Mayer stolz. Zwar sei wegen der nassen Witterung beim Aufbau der 600-Mann-Zeltes auch der eigene Sportplatz „etwas ramponiert“. Aber das kriege man schon wieder hin. „Gelohnt für das tolle Miteinander“ habe sich die Viertagessause in jedem Fall, sind sich beide einig.
So schön war es an der Fichtenstraße, dass man nun möglichst in jedem ein Sommerfest stattfinden lassen möchte, um die Kontakte im derzeit rund 750 Mitglieder starken Mehrspartenverein mit seinen höchst aktiven Abteilungen Fußball, Tischtennis, Tennis, Breitensport-Turnen und Gymnastik, Tennis und Theater noch weiter zu verdichten. „Allerdings dann nur noch an einem und sicher nicht an vier Tagen“, bekundet Pitz lachend.
Was der Verein so stemmt kann sich in jedem sehen lassen. Trotz keinesfalls einfacher räumlicher Rahmenbedingungen in den seit dem Bau in den 1970er Jahren immer wieder erweiterten, aber auch immer wieder zu kleinen Vereinsräumlichkeiten an der Fichtenstraße sorgen im kreuzfidelen Verbund des TSV vor allem zwei Abteilungen für sehr positive Schlagzeilen und Resonanz.
Vor allem zwei Abteilungen sorgen für sehr positive Schlagzeilen
Der Tischtennissport beim TSV hat sich in den vergangenen Jahren regional beachtet hervorragend in Richtung wettkampfsportlicher Tendenzen entwickelt. „Der Nachwuchs spielt in der höchsten, der Verbandsliga und aktuell hinter dem großen FC Bayern dort die Vizemeisterschaft eingefahren“, vermeldet Florian Pitz als einer der Hauptakteure an der Platte und drum herum stolz. „Auch in der Ersten Herrenmannschaft ist der Generationswechsel vollzogen – ich bin nicht mehr dabei“, zeigt er sich ob des Umstands nicht enttäuscht.
Auch beim Tennis sprechen die Zahlen für sich. Die exquisite Jugendarbeit hat sich längst herumgesprochen. Von einst 15 hat sich der Nachwuchsbereich so während der vergangenen fünf Jahre auf 90 versechsfacht. Daneben bietet die Dachabteilung Turnen als personell weiter stärkste Sparte mit über 300 Mitgliedern wichtigen Breitensport mit vielen engagierten Übungsleitern. Freizeitsportlich gepflegtes Miteinander, das man auch beim Volleyball hochhält. „Und unsere Theater-Leut‘ haben mit ihren tollen Aufführungen ja ohnehin schon fast Kultstatus“, betonen die Vorsitzenden.
Der Fußball gestalte sich laut Mayer zwar in Zahlen „rückläufig“. Doch mit der neuen Spielgemeinschaft mit dem TSV Brunnthal kommt auch die Hofoldinger Kicker-Branche wieder Rückenwind. „Eine Gemeinschaft, die früher undenkbar schien aufgrund der Rivalitäten in den beiden Ortsteilen – und jetzt durch umsichtiges Miteinander Gestalt angenommen hat“.
Weiterer Ausbau des feinen Fun-Sportparks an der Fichtenstraße
Gestalt annehmen, das soll in den kommenden Jahren auch der weitere Ausbau des kleinen, aber feinen Fun-Sportparks an der Fichtenstraße, wo sich zu Beachvolley- und Basketball jüngst auch ein neuer Street-Soccer-Platz etablieren ließ. „Dank der Gemeinde, die nicht scheute, dafür rund 110.000 Euro zu investieren“, lobt das Führungsduo. Die Jugend braucht Raum, das haben sie offenbar auch im Brunnthaler Gemeinderat erkannt.
Weiter entfernt dagegen sind die möglichen oder derzeit aufgrund der finanziellen Mangelsituation eher unmöglichen Hallenpläne der Gemeinde Brunnthal aus Sicht des TSV Hofolding. Zweistellige Millionensummen stünden auf absehbare Zeit „wohl nicht zur Verfügung“. Auch wenn man sich seitens der Vereine und der Gemeinde stets um einen konstruktiven Problem-Dialog bemühe. Weshalb bei aller Jubiläumsfreude eben auch der Negativ-Umstand bleibt, dass die Warteliste etwa beim Tischtennis für potenzielle Neuaufnahmen weiter wächst. Auch ein pulsierender Jubiläumsverein stößt in schwieriger Zeit an Grenzen. Harald Hettich